Die Basisklassifikation ist ein Klassifikationssystem zur systematischen Ordnung von Wissen und Literatur, welches aus 2086 Klassen mit Haupt- und Unterklassen besteht. Die BK wurde entwickelt, um eine einfache, aber umfassende Erschließung von Medieninhalten in Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen zu ermöglichen.
Die Vorteile der Basisklassifikation:
- Hohe Übersichtlichkeit durch die festgelegte Notationsstruktur
- Effiziente und einheitliche Sacherschließung großer Medienbestände und somit gute Basis für Recherchen über verschiedene Fachgebiete hinweg
- Ermöglicht das schnelle Erfassen des Dokumentinhalts auf einen Blick
- Klare Trennung von formalen und inhaltlichen Aspekten, wodurch nur der Sachaspekt erfasst wird
Die Ziele
Das erste Ziel ist die Modernisierung und Aktualisierung der Basisklassifikation. Die letzte Überarbeitung fand vor ca. 20 Jahren statt. In der Zwischenzeit haben sich Wissenschaft und Gesellschaft stark gewandelt. Ein wichtiger Punkt der Überarbeitung ist es daher, den bisher bestehenden Eurozentrismus aufzuweichen. Ein weiteres Problem ist, dass bei aktuellen Themen oder neuen Forschungsbereichen oft die passende Klasse fehlt und die Klasse „Sonstiges“ überstrapaziert wird. Eine Überarbeitung der BK ist also nötig, um Lücken zu schließen, die Systematik an neue wissenschaftliche Entwicklungen und Prozesse anzupassen und die Nutzbarkeit in der Sacherschließung zu verbessern.
Ein weiteres Ziel ist es, die Basisklassifikation (BK) so weiterzuentwickeln, dass sie sowohl die computerunterstützte Inhaltserschließung als auch das Training KI-basierter Verfahren unterstützt. Dazu zählen insbesondere die organisationsübergreifende Bereitstellung geeigneter Trainingsdaten und die Entwicklung passender Evaluationsmethoden, um Fortschritte in der Inhaltserschließung wissenschaftlich belastbar messen zu können.
Ergänzend soll eine ständige BK-Redaktion eingerichtet werden, die eine kontinuierliche Anpassung der BK an zukünftige Anforderungen sicherstellt. Die Pflege und Bereitstellung der BK soll dabei über die Hosting-Plattform „DANTE” bei der VZG erfolgen.
Was ist bei der Überarbeitung wichtig:
- Ein Relaunch der Basisklassifikation muss pragmatisch und restriktiv erfolgen – die Kontinuität der bisherigen Notationen soll gewahrt werden. Bei allzu großen Modifikationen besteht die Gefahr eines Systembruchs – dieser sollte in jedem Fall vermieden werden. Ziel ist es, tragfähige Kompromisse zu finden
- Fachliche bzw. dem aktuellen wissenschaftlichen Diskurs geschuldete Argumente und Überlegungen zur allgemeinen Gebräuchlichkeit der in der BK verwendeten Terminologie sind die Schlüssel zu Änderungen des Zugangsvokabulars.
- Die prinzipielle Struktur ZZ.ZZ (Ziffer Ziffer Punkt Ziffer Ziffer) soll beibehalten werden – das ist für die maschinelle Verarbeitung Voraussetzung (Stringenz / Konsistenz der Daten)
- Die neuralgischen Bereiche betreffen v. a. historische, geografische und in unterschiedlichem Ausmaß geisteswissenschaftliche Termini
- Erweiterung & Anreicherung der Normdaten mit Konkordanzen
- Die Bearbeitung mit einem derartigen Tool kann zu einem bestimmten Teil die automatische inhaltliche Ersterschließung generieren – grafisch aufbereitet z. B. in Knowledge Maps
- Vorschläge zur inhaltlichen Erschließung machen, die in halbautomatischen Tools wie dem Digitalen Assistenten (DA-3) redaktionell ausgewählt und übernommen werden
- Um die Voraussetzungen für diese Technologie zu optimieren ist ein Relaunch der BK notwendig, welche die maschinelle Anwendbarkeit in Struktur und Terminologie sicherstellt.